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Fluor
Fluor ist
ein nicht-metallisches gasförmiges Element
aus der Gruppe der Halogene. Sein Name
leitet sich von dem lateinischen Verb fluere
= fliessen ab. Es ist ein farbloses und in
höheren Konzentrationen gelblich-grünes Gas
mit einem an Chlor erinnernden stechenden
Geruch und schwerer als Luft. Es wurde als
Flussspat bereits von dem Naturforscher
Agricola im Jahre 1529 als Flussmittel bei
der Metallschmelze beschrieben.
Im menschlichen Körper wird Fluor in Form
von Fluoriden aufgenommen. Der erwachsene
Mensch enthält einige Gramm Fluorid.
Fluoride sind ein natürlicher Baustein
unseres Körpers, der an Knochenbildung und
Wachstum massgeblich beteiligt ist.
Bezüglich der Kariesprophylaxe hat sich
herausgestellt, dass eine ausreichende
Versorgung des Körpers mit Fluoriden das
Auftreten von Karies deutlich mindert.
Einige Medikamente enthalten neben anderen
Wirkstoffen auch Fluoride.
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Funktionen im
Körper
Fluoride tragen zur Härtung von Zähnen und
Knochen bei. Man kann davon ausgehend, dass
allein in den Zähnen und Knochen über 95%
des im Körper befindlichen Fluors eingebaut
sind. Der restliche Anteil befindet sich in
Haut, den Haaren und den Fuss- und
Fingernägeln. Fluorid wird in das Apatit der
Knochen und Zähne eingebaut. Unter Apatiten
versteht man Mineralien, die aus
Kalziumphosphat und Kalziumfluorid oder
Kalzium Hydroxid bestehen. Es sei erwähnt,
dass sich Knochenasche zu 80% aus Apatit und
20% aus Kalziumkarbonat zusammensetzen. |
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Apatit härtet
den Zahnschmelz und trägt somit zur
Widerstandsfähigkeit der Zähne gegen
Umwelteinflüsse bei. Vor allem schützt es
vor den Säuren, die von Kariesbakterien
gebildet werden.
Bedarf
Der Bedarf an Fluorid richtet sich nach dem
Alter und Geschlecht. Empfohlen wird eine
Einnahme von 0,25 (bei Säuglingen) bis zu 4
mg Fluorid (bei Erwachsenen) täglich, wobei
der Bedarf von erwachsenen Frauen mit etwa 3
mg etwas darunter liegt.
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Fluoridaufnahme
Viele Regionen sind Fluoridmangelgebiete.
Das Trinkwasser enthält im Durchschnitt nur
etwa 0,3 mg Fluorid pro Liter Wasser. In
Ölsardinen, Hühnerfleisch und schwarzem Tee
sind noch nennenswerte Menge von Fluorid
enthalten.
Die tägliche Fluoridaufnahme über
Trinkwasser und Nahrung ist für einen
sinnvollen Kariesschutz und zur Stärkung der
Knochen nicht ausreichend. Daher muss dem
Körper zusätzliches Fluorid zugeführt
werden. Hierfür gibt es mehrere
Möglichkeiten: |
Fluoridzufuhr
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Einpinseln
mit Fluoridlack |
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fluoridhaltige Zahnpasten |
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Anwendung
von Fluoridgelee
(verschreibungspflichtig) |
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Einpinseln
eines Fluoridlacks (durch den Zahnarzt) |
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Spülen mit
Fluoridlösung |
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fluoridiertes Speisesalz |
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Fluoridtabletten zum Lutschen |
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fluoridierte
Milch |
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fluoridierte
Mineralwässer |
Gerade die
unkomplizierte Anwendung von fluoridiertem
Speisesalz statt herkömmlichen ohne Fluor
ist ein sehr effektives und kostengünstiges
Mittel, das schon in vielen Untersuchungen
zu positiven Ergebnissen geführt hat. Im
Handel wird es ausschliesslich in
Kombination mit Jod als "Jodsalz mit
Fluorid" angeboten. Es sollte anstatt des
normalen Haushaltssalzes in jedem Haushalt
verwendet werden.
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Im
Haushalt sollte entweder
fluoridiertes Speisesalz oder
Fluoridtabletten verwendet werden,
beides zusammen angewandt könnte
eine Überdosierung verursachen.
Ausgenommen sind Säuglinge und
Kleinkinder, weil sie nur sehr
geringe Mengen Salz zu sich nehmen.
Sie sollten daher weiterhin
Fluoridtabletten erhalten.
Zu berücksichtigen ist auch der
Fluoridgehalt in Zahnpasta. Bei
Jugendlichen und Erwachsenen ist der
Einsatz von fluoridhaltiger
Zahnpasta sinnvoll. Für Kinder
sollte man spezielle Kinderzahnpasta
verwenden, da der Fluoridgehalt in
den Erwachsenenzahncremes zu hoch
ist. |
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Es sei aber
ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es
auch Stimmen gibt, die den Einsatz von
fluoridierten Lebensmitteln oder Getränken
ablehnen oder aber zumindest für bedenklich
halten.
Mangelerscheinungen
Es ist eindeutig erwiesen, dass die
Anfälligkeit für Karies mit einem Mangel an
Fluor verbunden ist. Dies gilt besonders für
Kinder und Jugendliche. Neuere
Forschungsergebnisse zeigen ausserdem einen
möglichen Zusammenhang zwischen Fluormangel
und der Häufigkeit von Osteoporose,
Arteriosklerose und Arterienverkalkung auf.
Überdosierung
Eine tägliche Einnahme von bis zu 5 mg
Fluorid pro Tag gilt bei Erwachsenen nicht
als schädlich. Eine Mehreinnahme kann zur so
genannten Fluorose führen, die unter anderem
den Zahnschmelz fleckig entfärben lässt und
paradoxerweise weich werden lässt, sowie die
Anfälligkeit für Osteoporose durch das
Ausfällen von Kalzium steigert.
Bei einer akuten Vergiftung mit Fluorid
kommt es zu Erbrechen und Krampfzuständen.
Vorbeugung
Zur Kariesprophylaxe wird die zusätzliche
Einnahme durch Fluorid in der Nahrung oder
von aussen in Form von fluoridierter
Zahnpasta oder fluoridierten Gels als
sinnvoll angesehen. Es ist darauf zu achten,
dass Kinder, vor allem Kleinkinder nur
spezielle fluoridierte Kinderzahnpasta
verwenden, in denen die Fluoridmenge auf den
Bedarf angepasst ist. Zahnpasta für
Erwachsene enthält zu viel Fluorid. Eine
Einnahme von Fluoridtabletten sollte stets
mit dem Arzt abgesprochen werden.
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