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Schwefel
In der Medizin
wird Schwefel, z.B. in Form des gefällten
Schwefels (Sulfur praecipitatum), äusserlich
bei Hautkrankheiten eingesetzt. Hierbei wird
die keratolytische (Verhornungen lösende)
und entzündungshemmende Wirkung des
Schwefels genutzt.
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Funktionen im
Körper
Schwefel ist für alle Organismen von
essentieller Bedeutung, da es in den meisten
Proteinen vorkommt. Im Körper eines
Erwachsenen mit einem Durchschnittsgewicht
von 70 kg sind ca. 150 g Schwefel enthalten.
Der Tagesbedarf wird auf knapp 900 mg
geschätzt. Reiner Schwefel ist für den
Menschen nicht giftig, da er unverändert den
Darm passiert und wieder ausgeschieden wird.
In den Verbindungen Sulfit, Sulfat und
Sulfid ist der Schwefel Baustoff für einige
Aminosäuren, wie Cystein, Cystin und
Methionin. |
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Weiterhin ist
er in Vitamin B1 und Vitamin H (Biotin)
sowie in Insulin und Keratin enthalten.
Besonders schwefelreich sind Haare, Nägel
und Bindegewebe. Im Wachstum und beim Umbau
von Gewebe wird besonders viel Schwefel
benötigt.
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Schwefelhaltige
Lebensmittel
Schwefel ist vor allem in eiweisshaltigen
Produkten wie Eiern und Milch enthalten, da
zwei häufige Aminosäuren schwefelhaltig
sind. Etwas weniger Schwefel ist in Fleisch
und in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten.
Schwefelhaltige Pflanzen sind vor allem
Knoblauch und das, wegen seines senfigen
Geschmacks, als Gewürz immer beliebtere
Bärlauch.
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Mangelerscheinungen
Sind nicht bekannt.
Überdosierung und
Vergiftungen
Eine Reihe von Schwefelverbindungen sind in
höheren Dosen giftig. Dabei können bestimmte
Schwefelverbindungen im Körper zu
krankhaften Veränderungen führen und
beispielsweise die Vitamine der B-Gruppe
zerstören, die Wirkung von Enzymen hemmen
und die Wirkung krebserregender Substanzen
verstärken. Zu den giftigen
Schwefelverbindungen gehören das
Schwefeldioxid, der Schwefelkohlenstoff,
schweflige Säure und der
Schwefelwasserstoff.
Schwefeldioxid und Schwefelwasserstoff sind
Gase, die beim Einatmen zu Reizungen der
Atemwege, zu Husten, Übelkeit und zu
Erbrechen führen. In höheren Konzentrationen
kann Atemnot, Atemlähmung und Koma
auftreten. Die Behandlung besteht in der
Gabe von Frischluft oder Sauerstoff und
gegebenenfalls künstlicher Beatmung. Ferner
können Glukokortikoide verabreicht werden. |
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Schwefelkohlenstoff ist eine leicht
flüchtige Substanz, die bei akuter
Vergiftung zu Erregungszuständen,
Bewusstlosigkeit und Atemlähmung führen
kann. Bei chronischer Vergiftung treten
Schlafstörungen, Reizbarkeit, Sehstörungen,
Gewichtsabnahme und Nierenschädigung auf.
Bei einer akuten Vergiftung kann
medizinische Kohle gegeben werden, um das
Gift im Körper zu binden. Ansonsten werden
Vergiftungen mit Schwefelkohlenstoff meist
nur symptomatisch, also an den Symptomen
orientiert, behandelt. |
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