Eine Krankheit, die sich anschleicht

Sie kommt auf leisen Sohlen: Wenn die ersten Symptome wie Schmerzen oder gar Knochenbrüche auftreten, ist der Krankheitsverlauf meist schon fortgeschritten.

Viel Knochensubstanz ist dann bereits abgebaut, die Knochenstruktur häufig porös und angegriffen. Bisher galt die Osteoporose als eine typische Krankheit älterer Frauen.

Neuere Studien über das Vorkommen der Krankheit zeigen jedoch ein anderes Bild: Durch die zunehmende Überalterung der Gesellschaft, sowie Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung in allen Bevölkerungsschichten betrifft es vermehrt auch Männer.

Aufhorchen lässt auch, dass es inzwischen auch immer mehr jüngere Männer und Frauen betrifft.

Die Auswertung der Schweizer Spitalstatistik ergab für das Jahr 1980 eine Zahl von 5'500 Oberschenkelhalsbrüchen, bedingt durch Osteoporose. Im Jahr 1990 eine solche von 9'800, bis im Jahr 2020 erwarten die Statistiker eine Erhöhung um mehr als 50%. Knochenbrüche füllen die Spitalbetten.



Präventive Massnahmen

Die einfachsten Massnahmen gegen diese Krankheit gehören zum klassischen Repertoire jedes Präventivmediziners: Gesunde Ernährung und viel Bewegung. Allerdings ist erwiesen, dass Gesundheitssport wie Radfahren und Schwimmen wegen der geringen Stossbelastung nur wenig helfen. Neueste Studien zeigen denn auch klar auf, dass ein regelmässig durchgeführtes Fitnesstraining (Krafttraining, Gehen und Group Fitnesstraining) einen sehr positiven Einfluss auf die Verhinderung der Krankheit oder Verbesserung der Osteoporoseentwicklung hat.

Ein besonderer Stellenwert kommt hier dem Krafttraining zu. Alles deutet darauf hin, dass die in dieser Trainingsform auftretenden Druck- und Zugkräfte die stärksten Auswirkungen auf die Knochenkräftigung haben.

Ähnliche Wirkungen zeigen Laufen und z.B. Stepstunden. Ein weiterer Faktor, welcher sich bei der Prävention der Krankheit auf jeder Stufe positiv auswirkt, ist eine verbesserte Koordination. Diese vermindert das Sturzrisiko erheblich und wird vor allem im Group Fitness trainiert.

Knochendichte

In der Regel weisen Menschen um die 30 Jahre die dichtesten und stabilsten Knochen auf. Wird danach nichts gegen den "Knochenverlust" unternommen, sinkt die Knochenmasse jährlich um etwa 0,5 bis 1 %. Viel Bewegung im Kindes- und Jugendalter trägt zudem zu stärkeren Knochen im Erwachsenenalter bei.

Untermauert wird diese Theorie durch Erfahrungen aus der Raumfahrt: Astronauten, die mehr als drei Monate in der Schwerelosigkeit verbrachten - wobei die Knochen kaum belastet wurden - verloren einen Viertel ihrer Knochensubstanz. Für gesunde Knochen gilt also der selbe Grundsatz wie für den gesamten Körper: Bewegen, bewegen, bewegen!