Lindenblüten
Schweisstreibend und hustenlindernd
 

Botanik: Tilia grandifolia (Sommerlinde); Tilia cordata (Winterlinde); Familie der Lindengewächse - Tiliaceae

Schon seit Urzeiten wählten die Menschen Linden als Dorfmittelpunkt. Ob Gerichtsverhandlungen oder Feste, unter Linden fanden viele Veranstaltungen statt. Hier trafen sich Verliebte und auch Walther von der Vogelweide bereitete sein berühmtes Liebeslager aus Heidekraut und Rosen unter einer Linde. Die meisten Lindengeschichten sind zugleich auch Liebesgeschichten, denn die Linde ist der Baum der Liebe.

Das Lindenblatt gilt als Symbol für Frieden, Treue und Gerechtigkeit. Viele Flur- und Städtebezeichnungen tragen die Linde in ihrem Namen. Linden werden bis zu 2000 Jahre alt. Ihr Bast und ihr Holz sind besonders biegsam. Holzschnitzer verwenden daher gerne Lindenholz für ihre Arbeiten.

Die Heilwirkung von Lindenblüten wurde erst im 17. Jahrhundert bekannt. Davor setzte man nur Lindenkohle zur Behandlung von Magen- und Darminfektionen ein. Lindenblütentee besitzt eine schweißtreibende Wirkung. Er empfiehlt sich deshalb besonders bei beginnender Grippe, Schnupfen, Husten, Bronchitis oder Erkältung. Trinken Sie den Tee schluckweise und so heiß wie möglich. Legen Sie sich dazu warm eingepackt ins Bett. Auch wer nicht schwitzt, profitiert so von der Abwehrsteigerung des Tees.

Bei trockenem Reizhusten erleichtert er das Abhusten. In einer US-Klinik war bei Kindern, die an hartnäckigen grippalen Infekten litten, der Heileffekt bei der Einnahme von Lindenblütentee in Kombination mit Azetylsalizylsäure (z. B. Aspirin) größer als bei einer Behandlung mit starken Antibiotika!

Wirkungsweise: Blüten: schweißtreibend bei fiebriger Erkältung (Schwitzkur), schleimlösend, krampfstillend, Husten, Verschleimung der Lunge/Luftröhre, steigert Abwehrkräfte, stimmungsaufhellend (feiner Duft, goldene Farbe, eine Tasse Sommer), macht kommunikativ, müde und entzündete Augen (Kompresse)
 

Wirkstoffe: Ätherische, Öle, Schleimstoffe (hoher Anteil), Flavonolglykoside, Gerbstoffe, Terpene

Verwendung:
fiebrige Erkältungen (schweißtreibend)
lindert Reizhusten
krampflösend
beruhigend
regt Abwehrkräfte an
Schnupfen

Anwendung:
Tee: 2 TL Blüten - mit 1/4 l kochendem Wasser aufgießen - nach 10 Min. abseihen. Tägl. mehrere Tassen - mit Honig gesüßt - schluckweise trinken. Für eine Schwitzkur den Tee heiß trinken, ansonsten eher lauwarm.

 


Badezusatz: 100 g Blüten - mit 2 l kochendem Wasser übergießen - nach 10 Min. abseihen und dem Badewasser zugeben.
 

Auflage (gegen müde Haut und Fältchenbildung):
3 TL getr. Blüten mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, anschließend abseihen und auf Körpertemperatur abkühlen lassen. Morgens und abends für jeweils 10 Minuten ein lauwarm getränktes Leinen- oder Baumwolltuch auf das gereinigte Gesicht legen. Interessantes:
Als heiliger Baum bis ins Mittelalter verehrt.

Tipp: Lindenblütentee ist nicht zum Dauerkonsum bestimmt - Überdosierung kann zu Nierenschäden führen!

Schweißtreibende Getränke, wie z. B. Lindenblütentee, entfalten ihre Wirkung am besten ab dem Nachmittag. Morgens haben sie nur geringe Wirkung.


 

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